bike2help: Dirk Pauling, Martin Studer, Thomas Oberli und Marco Wegmann. Alle vier haben das Cape Epic bewältigt.

bike2help: Dirk Pauling, Martin Studer, Thomas Oberli und Marco Wegmann. Alle vier haben das Cape Epic bewältigt.

Finisher! Thomas Oberli und Dirk Pauling im Ziel. Finisher! Thomas Oberli und Dirk Pauling im Ziel. Viele Teams packen ihre Siebensachen bereits. Die bike2help-Fahrer bleiben noch etwas länger. Viele Teams packen ihre Siebensachen bereits. Die bike2help-Fahrer bleiben noch etwas länger.

Das Beste kam für Thomas Oberli und Dirk Pauling am Cape Epic zum Schluss. „Es war die stärkste Etappe der Woche“, sagte Oberli nach der letzten Zieldurchfahrt am Sonntag. „Wir sind voll gefahren – schneller geht nicht.“ Spass habe es gemacht, seine Leistung bringen zu können. „Auch wenn es hart ist, am Anschlag zu fahren.“ Am Ende reichte es den beiden bike2help-Fahrern auf Rang 46 in der Kategorie Masters. Im Gesamtklassement ist dies gleichbedeutend mit Rang 188.

 

Im Ziel war Oberli vor allem einmal froh, dass er das Epic überstanden hat. „Einige Zeit hat es nicht gut ausgesehen.“ Am fünften Tag musste er sich eine Infusion stecken lassen, am Morgen des sechsten wurde er ins Medizelt gebeten. Erst als die Blutwerte kontrolliert und das Fieber gemessen war, erhielt er Grünes Licht für die Weiterfahrt.

 

So oder so: Fünf Epics hat Oberli nun hinter sich gebracht. „Eine Handvoll. Aber heuer – das war das härteste.“ Wenn das System während drei Tagen am Anschlag ist, sei das extrem hart. Nicht zuletzt mental, wenn es darum gehe, sich ein Ziel vor Augen zu halten. „Aber wenn es wieder besser läuft, wenn die Motivation wieder da ist, macht einen das mega happy.“ Zumal alle anderen aus seinem Team das Rennen ebenfalls zu Ende fahren konnten.

 

Dirk Pauling hat das Rennen selbstredend etwas anders erlebt als Oberli. Er blieb gesund. „Das war reine Glückssache“, sagt er. „Für mich es schön, dass wir das Rennen nun so abschliessen konnten.“ Es sei nicht ganze einfach gewesen, vom Cruise- und den Rennmodus zurück zu wechseln. Die drei Tage langsam fahren hätten die beiden sicher etwas gekostet. Wie viel, sei aber reine Spekulation. Am Ende habe man dafür noch einmal richtig in die Pedalen steigen können. „Wir haben gut abgeschlossen, und so bleiben die guten letzten zwei Tage und der starke Prolog.“ Er habe das Rennen richtig geniessen können, und die Medaille, die er für seine dritte Zieldurchfahrt erhielt, bedeute ihm viel.

 

Auch Martin Studer hatte zum Schluss noch einen guten Tag. „Mit super Beinen“, sagte er. „Von dem her hätte das Rennen noch ein wenig weitergehen dürfen.“ Er und Marco Wegmann seien heute oft vor der Gruppe gefahren, in der sie sich die ganze Woche bewegt hatten. Einige Male waren sie dabei auch ausgebremst worden. „Es hatte einige Südafrikaner dabei.“ Diese, stellte Studer fest, können nicht bergauf fahren. So verursachte sie immer wieder Stau, in den die beiden bike2help-Fahrer gerieten. „In den Abfahrten lassen sie es dann aber einfach laufen. So überholten sie uns wieder.“ Vielleicht müsse man im Hinblick auf eine weitere Teilnahme Downhill trainieren.

 

Studer hatte am Mittwoch einen schlechten Tag – ebenfalls mit Magenproblemen. „Hätten wir da am Ende nicht Rückenwind gehabt, hätte ich das Velo wohl hingeschmissen.“ Er sei nun froh, im Ziel zu sein. Denn aufgeben musste Studer schon 2013 nach einem Sturz und einem Schlüsselbeinbruch. Am Dienstag geht es für ihn zurück nach Hause. „Ich freue mich, die Kinder und die Familie wieder zu sehen. Die habe ich nun zwei Wochen lang vermisst.“ Das Velo lasse er nun für eine Weile im Koffer. „Wenn der Frühling dann kommt in der Schweiz, kann ich dann auch wieder fahren“, sagt er mit einem Lachen.

 

Marco Wegmann war derweil vor allem froh, dass alles vorbei ist. „Das mache ich nie wieder!“, sagte er. Zwar sei er nicht gestürzt, aber seine Gesundheit habe das Rennen nicht gut getan. „Dieses Rennen kann ich niemandem empfehlen.“ Er sei zwar froh, es gemacht zu haben. „Aber jeden Tag die gleichen Farmlands, Vineyards und Steine – das ist furchtbar.“

 

Wobei Wegmann die Teilnahme an anderen Rennen nicht ausschliesst. Wenn möglich sollten sie aber etwas weniger hart sein. „Ein Chinese sagte, er möchte sowas in China aufziehen, ein Rumäne hat uns eingeladen zu vier Tagen Mountainbiken in Rumänien. Sowas werde ich gerne machen –oder etwas in Polen.“ Und dann müsse es auch nicht unbedingt im Zelt ein und nicht mit Toitoi-WCs. So richtig „nie wieder“ sagt Wegmann dann aber doch nicht. Und den Humor hat er auch nicht verloren: „Der älteste Teilnehmer war 71-jährig. Das wäre noch ein Ziel.“

 

Zur Feier veranstalteten die vier bike2help-Fahrer erst einmal ein Picknick auf grüner Wiese. Ziemlich viele Fahrer waren derweil bereits am Packen, weil sie bald auf den Flieger müssen. Für die bike2help-Fahrer steht dagegen morgen Montag ein Mittagessen bei Dornier Wines an. Diese unterstützen die Aktivitäten der Anna Foundation, zu deren Gunsten bike2help unter anderem gesammelt haben.

Picknick auf der grünen Wiese. Hier hat es also ab und zu geregnet. Ansonsten herrschen in Südafrika grosse Trockenheit. Und Wassermangel.

Picknick auf der grünen Wiese. Hier hat es also ab und zu geregnet. Ansonsten herrschen in Südafrika grosse Trockenheit. Und Wassermangel.