Wie gut das Fahrerlager des Cape Epic organisiert ist, zeigt dieses Bild: Wegweiser erklären, wer wann in welche Richtung gehen sollte. Wie gut das Fahrerlager des Cape Epic organisiert ist, zeigt dieses Bild: Wegweiser erklären, wer wann in welche Richtung gehen sollte.

Es ist nicht so, dass Thomas Oberli am Cape Epic noch keine harten Etappen erlebt hätte. 2010 zum Beispiel hatte er grosse Probleme mit dem Sattel, die zu einem offenen Hintern führte. Dank einer leicht veränderten Sitzposition – Oberli hatte die Höhe der Sattelstange angepasst – rettete er sich über die Runden. „Ein paar Millimeter können das Leben verändern“, hatte er damals festgestellt.

 

Diesmal ist die Ausgangslage etwas anders. Viel ändern kann Oberli nicht. War es gestern Martin Studer gewesen, der mit Magenproblemen zu kämpfen hatte, erwischte es diesmal Oberli. Es sei darum eine der härtesten Epic-Etappen gewesen, die er je erlebt habe, sagt Oberli. „Gestern konnte Martin nicht richtig essen und trinken – heute ich.“ Das sei nicht optimal. Die Etappe über 111 Kilometer und 1800 Höhenmeter stand unter dem Motto „Battle Royal“. In Oberlis Fall erhält dies einen bitter-ironischen Beigeschmack.

 

Die positive Nachricht: „ Ziel ist Ziel, und wir sind durchgekommen.“ Es habe einfach länger gedauert als erwartet. Und das sei der grosse Unterschied zu den vergangenen Austragungen des Rennens. „Statt immer schneller zu werden im Verlauf des Rennens, werden wir heuer immer langsamer.“ Das Epic laufe gleichsam verkehrt. Ein Blick auf die Pulsuhr bestätigt dies. War Oberli am Montag noch mit maximal 151 Herzschlägen pro Minute unterwegs, waren es heute noch 116. Die Spitzenleistung konnte er schlicht nicht abrufen.

 

Entgegen kommen könnte Oberli, dass morgen ein Einzelzeitfahren ansteht. Es führt über 39 Kilometer. Diese sind sicher schneller zu bewältigen als die langen Etappen der vergangenen Tage es waren. Somit bleibt mehr Zeit für die Erholung. Die Sache hat jedoch ein Aber: Es sind auch 1430 Höhenmeter zu bewätigen. Ausruhen können sich die Fahrer also keineswegs.

 

Martin Studer und Marco Wegmann sind dagegen gut durchgekommen. „Mit ein wenig Glück werden wir es alle ins Ziel schaffen“, freut sich Oberli. Er selber und sein Teamkollege Dirk Pauling liegen nun auf Rang 47 bei den Masters.