Am Ziel der ersten Etappe: Dirk Pauling, Thomas Oberli, Martin Studer und Marco Wegmann.

Am Ziel der ersten Etappe: Dirk Pauling, Thomas Oberli, Martin Studer und Marco Wegmann.

Das Debriefing des Teams bike2help Das Debriefing des Teams bike2help

„Morgen wollen wir uns an die Taktik halten und nicht zu schnell losfahren“, sagt Thomas Oberli mit Blick voraus. Dass er die Taktik betont, hat seinen Grund. Er und sein Teamkollege Dirk Pauling preschten wie bereits im Prolog auch in der ersten Etappe des Cape Epic mit Vollgas los. Entgegen der Taktik. „Es ist nicht aufgegangen wie besprochen“, sagt Oberli schon fast entschuldigend. „Wir wollten es langsam angehen lassen und erst dann aufdrehen.“

 

Aber nix da: „Die ersten Kilometer waren relativ flach, der Pulk blieb zusammen, es war nervös und schnell“, erklärt Oberli nach der ersten Etappe. „Wir waren so schnell unterwegs, dass wir sogar die UCI-Fahrerinnen eingeholt haben.“ Die sind fünf Minuten vor der Gruppe mit Oberli gestartet. Das Feld wurde dadurch noch grösser.

 

So wenig wie der schnelle Start war auch Oberlis und Paulings Abgang aus dem grossen Pulk geplant. „Es war so staubig, dass ich ein Loch im Sand nicht sah“, beschreibt Oberli die Situation, die dazu führte. „So war ich kurzzeitig schneller unterwegs als mein Velo.“ Mit dem Resultat, dass Oberli über den Lenker flog. Er hatte Glück und kam unverletzt davon. Nur der Vorderpneu war platt. Da Oberli aber mit einer speziellen Milch im Pneu unterwegs ist, musste er nicht flicken, sondern nur aufpumpen. Die Milch stopfte das Loch dann.

 

Durch diesen Sturz fielen Oberli und Pauling aus dem Pulk und konnten ruhiger fahren. Andere hatten weniger Glück als Oberli: Die Partnerin von Esther Süss stürzte an der gleichen Stelle wie er. Sie musste das Rennen aufgeben. Auch Nino Schurter gab auf. Die beiden Vorjahressieger sind somit nicht mehr dabei.

 

Ebenfalls zu Boden musste Dirk Pauling. Auch er kam glimpflich davon. Oberli: „Er ist auf dem Sand ausgerutscht. Es ist insgesamt sehr sandig und rutschig; man muss sehr vorsichtig fahren. Beim angeschlagenen Tempo kein einfaches Unterfangen. Denn waren Oberli und Pauling vor zwei Jahren insgesamt noch mit 16 km/h unterwegs, waren es gestern 21 km/h. Und das auf einer Etappe über 110 Kilometer und 1800 Höhenmeter. „Meine Polar-Uhr“, sagt Oberli, „zeigt an, dass ich nach der Leistung von heute acht Tage nichts mehr machen müsste.“

 

Der Etappenplan sieht das allerdings völlig anders. Die zweite Etappe von morgen Dienstag ist ebenfalls 110 Kilometer lang, aber es gilt 2000 Höhenmeter zu bewältigen. Die Sache etwas langsamer anzugehen, ist also wohl eine gute Idee. Allerdings: Der Effort von Oberli und Pauling führte dazu, dass sie bei den Masters weiterhin auf Platz 25 liegen. Im Gesamtklassement haben sie sogar sechs Plätze gutgemacht. Dass sie in ihrer Kategorie nicht weiter nach vorne kamen, zeigt, wie stark das Feld ist.

 

Für den Abkühler des Tages sorgte übrigens Marco Wegmann von der zweiten bike2help-Mannschaft. Nach einer Flussüberquerung stieg er kurzerhand vom Bike, um komplett im Fluss zu baden. Soviel Zeit musste sein – auch kurz vor dem Ziel.