Grosse Erleichterung: Ziel erreicht - und das auch noch gut! Bild: Sportograf.com

Grosse Erleichterung: Ziel erreicht - und das auch noch gut! Bild: Sportograf.com

Die Medaille ist hart verdient. Bild: Sportograf.com Die Medaille ist hart verdient. Bild: Sportograf.com Es bleiben auch Erinnerungen an wunderschöne Landschaften. Bild: Sportograf.com Es bleiben auch Erinnerungen an wunderschöne Landschaften. Bild: Sportograf.com

„Im Nachhinein ist es wie ein Film“, sagt Thomas Oberli eine gute Woche nach der Zieldurchfahrt. „Es war so intensiv, dass es schwierig zu erzählen ist.“ Der 46-Jährige, der eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt bereits zum vierten Mal zu Ende gefahren hat, geht das Rennen in Gedanken nochmals durch. Und er stellt dabei fest, wie stark das Fahrerfeld unterdessen ist. „Vor fünf Jahren unter die besten 50 zu fahren, ist jetzt gleichbedeutend mit den Top 100.“ Von all seinen Teilnahmen habe er heuer seine beste Leistung abgeliefert – was sich auch rangmässig ausdrückt. Mit seinem Rennpartner Dirk Pauling zusammen erreichte Oberli den 15. Rang in seiner Kategorie, den Masters, und den 79. Platz im Gesamtklassement.

Nicht mehr viel Luft nach oben

Wo er auf dem Bike noch hätte Zeit gutmachen können, weiss er nicht. Potenzial ortet er lediglich noch in den Pausen. „Vielleicht könnten wir mit zwei Camelbacks fahren statt nur mit einem.“ Der Grund: Muss der Getränkespeicher aufgefüllt werden, dauert dies zwei Minuten. An fünf Tagen mussten Oberli und Pauling „nachtanken“ – „das sind zehn Minuten. Da wären wir schon wieder zwei Plätze weiter vorne gewesen.“

Vielleicht wäre es auch sinnvoll gewesen, im Prolog mit voller Kraft zu starten. Das Team bike2help.ch hatte sich entschlossen, etwas langsamer loszufahren, damit die Kraft für das gesamte Rennen reicht. Mit der Folge, dass sie in den darauffolgenden Tagen im B-Feld starten mussten statt im A. Das Niveau im A ist höher, es kommt zu weniger Staus – schliesslich sind weiter vorne nur noch die Profis klassiert. „Im B verliert man Zeit“, blickt Oberli zurück.

Unterwegs für den guten Zweck

Insgesamt, findet der Rümlanger, habe er heuer einiges gelernt. So viel, dass er es am liebsten gleich im kommenden Jahre umsetzen möchte, bei seiner fünften Teilnahme am „Epic“. Auch wenn es bis dahin ein weiter Weg ist: Einige wohltätige Organisationen in Südafrika würden ihn wohl gern wieder im Rennen sehen. Drei solcher Organisationen unterstützten Oberli und Pauling mit ihrer diesjährigen Teilnahme, und als das Rennen überstanden war, hatten sie Zeit, sie zu besuchen.

Für Qhubeka gilt dies nicht – die unterstützten Schulkinder hatten gerade Ferien. Sie werden dank den gespendeten Velos aber in Zukunft besser zu Schule fahren können. Auch Krankenschwestern werden Velos erhalten. Dafür besichtigten Oberli und Pauling ein Weingut. Dieses unterstützt die Aktivitäten des Cape Leopard Trust, dessen Ziel es ist, das Nebeneinander von Mensch und Wildtier zu ermöglichen. „Gleich hinter dem Weingut beginnt ein Landstrich, auf dem 57 Leoparden leben“, erzählt Oberli. „Das ist aber nicht die einzige Aktivität des Leopard Trusts.“ Ebenfalls sollen Kinder aus den Townships auf die Umweltprobleme aufmerksam gemacht werden. Ein Thema, das gerade im Moment besonders aktuell sei, sagt Oberli: „Südafrika leider zur Zeit unter der schlimmste Dürre seit vielen Jahren.“

Auch die „Operation Smile“ profitierte. Sie ermöglicht bedürftigen Kindern mit Hasenscharte eine operative Korrektur.

Interessante Begegnungen ab von der Piste

Oberli selber ist derweil vor allem dankbar, dass er das Rennen ohne Probleme überstanden hat. Drei Wochen vor dem Start hat er sich eine starke Bronchitis eingefangen, welche seine Teilnahme infrage stellte. Es reichte dann aber gerade noch. Er erzählt aber auch von Konkurrenten, die Unfälle hatten – in einem Fall erlitt ein ihm bekannter Fahrer sogar einen epileptischen Anfall und musste darauf ins künstliche Koma versetzt werden. Oder Anita Bucher, zusammen mit Hans Fluck Dritte in der Mixed-Kategorie. „Sie hat früher Vollkontakt-Karate betrieben“, sagt Oberli. „Und erzählte, Ihre Mutter sei erleichtert gewesen, als sie damit aufhörte. Aber so zerkratzt wie nach dem Cape Epic habe sie noch nie ausgesehen...“

Auf jeden Fall, sagt Oberli, sei es schwierig, die Erlebnisse am diesjährigen Epic noch zu überbieten. Rangmässig wäre dies vielleicht in vier Jahren möglich – dann könnte Oberli erstmals in der nächsten Alterskategorie starten, bei den „Grand Masters“. Oder: „Mixed wäre auch noch eine Überlegung.“ Dass er so kurz nach dem Rennen schon an die nächste Teilnahme denkt, ist beachtlich. Pause benötigten er und Pauling keine grosse. Zwei Tage nach dem Ende sassen sie bereits wieder im Sattel und gaben Gas. Andere Fahrer brauchten mindestens eine Woche – etwa, weil sie unter offenen Hintern litten.

Spektakel war auch beim diesjährigen "Epic" garantiert. Bild: Sportograf.com

Spektakel war auch beim diesjährigen "Epic" garantiert. Bild: Sportograf.com